Archiv der Kategorie: August 1929

Tatort (10): Fälle Her, Rück, Rad.

Die Karte der Über- und Mordfälle Kürtens in Düsseldorf wird immer voller. Die Roßstraße, wo Sofie Rück überfallen wurde, markiert die blaue Nadel im Nordwesten. Die gelbe Markierung südlich von Pempelfort zeigt die Düssel im Hofgarten, wo Kürten mit Lina Her war. Die Brauerei Schumacher wird durch die mittlere der gelben Nadeln im Südwesten gezeigt.  Den ungefähren Überfallort auf Lina Her zeigt die blaue Nadel südöstlich von Grafenberg. Den Überfall auf Maria Rad markiert die östlichste Nadel (ungefähr). Daneben findet sich der Überfall auf Apollonia Kühn, am Hellweg der Mord an Rudolf Scheer und im Süden der Mord an Rosa Ohliger.

 

Die Akte (10): Lina Her, Sofie Rück, Maria Rad (August – September 1929)

Nach dem Mord an Gertrud Schulte gab es zwischen Ende August und Ende September drei Überfälle, bei denen unklar ist, ob sie der Polizei damals gemeldet wurden oder ob sie erst mit Abschluss der Ermittlungen aufgedeckt wurden.
Lina Her wurde an einem nicht näher datierten Samstag von einem unbekannten Mann am Bahnhof angesprochen und ging mit ihm bei der Brauerei Schumacher ein Bier trinken. Sie sagte aus, dass der Mann ihr versprach ein Zimmer zu besorgen, während Kürten angab, sie sei bereit gewesen mit ihm nach Hause zu gehen. Nachdem sie gegen 1 Uhr in der Nacht im Hofgarten spazieren waren, gingen sie zum Ostpark. An der  (nördlichen) Düssel versuchte Kürten sie zu würgen. Lina Her wehrte sich aber heftig und so stieß er sie in die Düssel und verschwand.
Im Fall Sofie Rück widersprechen sich Kürtens Aussage und die des Opfers. Kürten gab an, in der Roßstraße ein Pärchen überfallen und erst dem Mann, dann der Frau mehrere Schläge mit einem Meißel versetzt zu haben. Sofie Rück hingegen erklärte, dass sie am 31.August 1929 gegen 22 Uhr in der Roßstraße alleine war und von einem unbekannten Mann vom Fahrrad gerissen wurde. Sie erhielt einen Schlag auf den Kopf, wurde kurz bewußtlos und erwachte, als Leute ihr zu Hilfe kamen.
Am 26.September 1929 wartete Kürten auf der Dreherstraße (sie ist die Fortführung des Hellwegs in Richtung Gerresheim, in der Nähe wurde Apollonia Kühn überfallen und Rudolf Scheer ermordet.) seit 20 Uhr auf ein mögliches Opfer, bis sich gegen Mitternacht die 28jährige Maria Rad näherte. Er würgte sie, griff ihr in den Schritt und dann fielen beide über eine Böschung auf ein Feld. Maria Rad rief laut um Hilfe und Kürten ergriff die Flucht und wurde sogar – das einzige Mal wie er aussagte – kurze Zeit verfolgt.
Tatort (10): Fälle Her, Rück, Rad.
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[1] Karl Berg: Der Sadist, S.126f.
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Die vollen bibliographischen Angaben, soweit hier nicht genannt, sind am unteren Ende der Seite aufgeführt.

Ermittlungen (4): Fall Seiser

Im August 1929 glaubt die Düsseldorfer Kriminalpolizei dem Täter auf der Spur zu sein. Ein Verdächtiger namens Seiser hatte schon mehrere Sittlichkeitsverbrechen an Kindern unter 13 Jahren begangen und war angesichts der Fälle Ohliger, Hamacher und Lenzen in den Fokus der Ermittler geraten. Dieser Seiser hatte einen Schrebergarten am Flinger Broich, dort hatte er eine Schaukel aufgestellt und so Kinder angelockt. Mit dem Invaliden Scheer soll er befreundet gewesen sein. Im August wurde vor einem Düsseldorf Schöffengericht gegen ihn verhandelt und die Polizei schöpfte aufgrund seines merkwürdigen Verhaltens, als der Richter das Gespräch auf die Mordserie brachte, Verdacht. Die Wohnung und der Schrebergarten wurden durchsucht und mehrere Messer und eine leere, etwa 17cm lange Dolchscheide gefunden. Darüber hinaus wurde ein Kastenwagen gefunden. Ein solchen hatte ein Zeuge im Fall Ohliger in der Nähe des Tatorts gesehen. Doch auch diese Spur erwies sich als falsch, da die Mordserie nicht aufhörte, als Seiser in Haft war.[1]

 

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[1] Kriminal-Magazin: Der Massenmörder von Düsseldorf, S.27f..
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Die vollen bibliographischen Angaben, soweit hier nicht genannt, sind am unteren Ende der Seite aufgeführt.

Tatort (7): Fälle Goldhausen, Mantel, Kornblum

Die Akte (7): Anna Goldhausen, Olga Mantel, Heinrich Kornblum (21.August 1929)

Karte der Fälle Goldhausen (unten), Mantel (Mitte), Kornblum (oben). Die gelbe Markierung zeigt die Lage des Sport- und Schützenplatzes Lierenfeld an. (Die Markierungen haben nicht den Anspruch die exakte Position der Überfälle anzugeben)